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von Bernus - Gold um Mitternacht

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Gerechtes Gold aus Orphir in unser aller Seelen ausgestreut neu eine Hand voll, um aufzuleuchten einmal: sei es heute sei's bis der Tag von Sardes sich erfüllt Tinktur der Himmel, Engel-Elixier dass wir des Sonnensohnes teilhaft werden um dieses Augenblickes willen leben wir unsere Leben alle. Allein, wann diese Stunde sein wird, weiß nur ER, der kommen wird so wie ein Dieb bei Nacht das ist das tiefste der Geheimnisse des Sohnes, wir aber alle müssen solche sein, die nächtlichen Wachen und horchen unverwandt in sich hinein, um welche der Nachtwachen es in uns zu tönen anfängt. Gold um Mitternacht, ihm nachzutönen mit gelöstem Mund ...  Alexander von Bernus, 1948

Global Stone Project in Berlin

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Februar

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Der zweite Monat ist seinem Wesen nach reinigend und wird in den Augen versinnbildet. Denn wenn die Augen wässrig, unrein und krank sind, reinigen sie sich bisweilen selbst. So ist auch die Seele im Menschen wie Saft im Baum. Dann wie durch den Saft alle Früchte des Baumes wachsen, so werden auch durch die Seele alle Werke des Menschen in die Tat umgesetzt.  Wenn dann die Adern und das Mark des Menschen reif sind, beginnt er nach dem Verlangen des Fleisches zu handeln. Wenn er das getan hat, seufzt er oft auf, gezwungen vom geistigen Wesen seiner Seele. ... Hildegard von Bingen Liber Divinorum Operum 1.Teil, 4.Vision Betty Albert • Februar Mond

Januar

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Der erste Monat, in dem die Sonne wieder steigt, ist kalt und feucht. Er ist voller Widerspruch und schwitzt Wasser aus, das sich in das Weiß des Schnees verwandelt hat. Daher werden seine Eigenschaften mit dem Gehirn verglichen. Auch es ist kalt und feucht und reinigt sich, indem es wertlose Flüssigkeit durch Ohren und Nase ausscheidet. So wirkt auch die Seele mit Freude in der Kindheit des Menschen, die weder Arglist noch fleischliches Begehren kennt und die Seele nicht antreibt, gegen ihre Natur zu wirken. Die Seele ist in der Kindheit, die ihrem eigenen Sehnen nach einfach und unschuldig ist, stark und mächtig. Später aber, wenn sie die Freude über die kindliche Unschuld entbehrt, wird sie in große Traurigkeit gestürzt, wie ein Fremdling, der aus seiner Heimat vertrieben ist. Denn die Körpersäfte im Menschen nehmen jetzt zu, er selbst wird von der Fleischeslust befleckt, liebt die Leichtfertigkeit und damit die Gottvergessenheit und findet Freude und Lust an der Tischgesells...

Das Gespenst von Canterville im Werftparktheater

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Das Werftparktheater in Kiel gibt in dieser Spielzeit "Das Gespenst von Canterville" von Oscar Wilde . Es ist eines meiner Lieblingsbücher und so war ich auf die Inszenierung gespannt. Schön war es, mit viel Spielfreude der Schauspieler und frischen Ideen (ein bisschen Harry Potter), viel zu lachen für die jungen Zuschauer und einem Hauch von Wehmut am Ende. Genau so, wie ich das Buch in Erinnerung habe.  Hier meine Ausgabe von 1974 aus dem Schneider Verlag - steht neben den anderen englischen Klassikern:  Meine Lieblingspassage aus dem Buch (Ich war wohl schon recht früh ein Goth!): "Weit von hier, hinter den Fichtenwäldern" , antwortete er mit leiser und traumhafter Stimme, "liegt ein kleiner Garten, in dem das Gras hoch und dicht wächst; dort blüht der große weiße Stern des Schierlings, und die Nachtigall singt die ganze Nacht. Die ganze Nacht hindurch singt sie, und der kalte Mond blickt herab, und die Eibe breitet ihre rie...

Sonnenaufgang an der Kiellinie

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Dezember

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Der zwölfte Monat hat starke Kälte. Er lässt die Erde gefrieren, bedeckt sie völlig mit dem Schaum der Kälte und macht sie abstoßend und beschwerlich. Deswegen werden mit seiner Eigenschaft die Füße des Menschen bezeichnet, die sehr vieles zertreten und breittreten und die Erde eindämmen. Sie können sich auch nicht von der Erde in die Höhe heben, sondern stehen auf ihr. ... Denn wie der Körper nach dem Scheiden der Seele ohne jede Wärme ist und kalt bleibt, so vergisst ohne die Wärme der Gaben des Heiligen Geistes die Seele, in Zorn verhärtet, ihr Wesen. ... Denn im Zorn fließt das Blut des Menschen über. So wird der selbst seiner gesunden Sinne beraubt und sozusagen wahnsinnig. ... Hildegard von Bingen Liber Divinorum Operum 1.Teil, 4.Vision Eugène Grasset Barbanera Almanach Wotan mit Wölfen / Dezember • Hans Thoma • 1906